Stand der Energieautarkie der Region (in % ohne Industrie & Gewerbe (2010))

Montag, 14. Juni 2010

Wertschöpfung und Arbeitsplätze - Besuch in Güssing am 12.06.2010


Interessierte aus der Pyhrn-Priel Region sowie einige Gäste nahmen die Gelegenheit war und überzeugten sich Vorort von den umgesetzten Energie-Projekten in Güssing. Bei außergewöhnlich heißen Temperaturen, bis zu 34 Grad, vermittelte Herr Bürgermeister Bernhard Deutsch von der Gemeinde Strem, sehr gute Einblicke in die Energiewelt des ökoEnergielandes.

Beginnend mit einer Präsentation im Technologiezentrum über die Entwicklung von Güssing und der Ausgangssituation vor 20 Jahren, wurde dann das Biomassekraftwerk besichtigt. Hier werden Hackschnitzel vergast und das entstehende Gas in Strom und Wärme umgewandelt. Der Wirkungsgrad beträgt dabei bis zu 85 %. Daran angeschlossen sind eine innovative Methanierungsanlage sowie eine Anlage zur Erzeugung von Flüssiggas sowie eine eigene Gastankstelle. In einem angebauten Technologiezentrum arbeiten Forscher und Wissenschaftler aus aller Welt an der Weiterentwicklung der Holzvergasung.

Nach dem Mittagessen in der Gemeinde Strem wurde die Biogasanlage im Ort besichtigt. Die elektrische Leistung liegt bei 500 KW. Auffällig war die geringe Geruchsbelästigung. Die Anlage wird vorwiegend mit Mais und Gras betrieben. Der ausreagierte Biomasserest wird wieder auf die Felder in der Umgebung ausgebracht. Anschließend wurde die Fernwärme Urbersdorf besichtigt. Hier wird auch die Solarthermie parallel zu einem Hackschnitzl-Kessel genutzt. Es werden nur mehr vereinzelt Ölkessel betrieben. Der letzte Punkt der Tour war der Besichtigung der Solarschule. Im Rahmen des Gymnasiums wird hier eine einschlägige Ausbildung angeboten.

Das Modell Güssing ist für unsere Region sicher nicht direkt umsetzbar. Dennoch wurde klar, was mit Unternehmergeist und auch einer Portion Sturheit bei der Verfolgung von Visionen, realisiert werden kann. Die Vervierfachung der Kommunalsteuer, in 16 Jahren, sowie die Schaffung von ca. 1.100 Arbeitsplätzen, sprechen für sich.

Güssing ist bei Wärme (Haushalt und Industrie) zu 97 % autark und bei Strom (Haushalt und öffentliche Gebäude) zu 130 %.

Die Heimreise führte dann über eine sehr netten Buschenschank in der Nähe von Fürstenfeld wieder nach Hause.

Energieanalysen in der Gemeinde Klaus-Steyrling


Der erste Schritt zur Energieautarken Region ist – nach Sicherstellung der Finanzierung und dem Auftrag an Güssing – das Feststellen der Energiesituation in unseren Gemeinden.

Dafür ist es notwendig verschiedene Daten mittels Fragebögen zu erheben. Einer davon ist der Fragebogen für private Haushalte. Jede Gemeinde hat hier seinen eigenen Weg gefunden an diese Daten zu kommen.

Wir in der Gemeinde Klaus haben als Auftakt zwei Info-Veranstaltungen (Klaus und Steyrling) für die interessierte Bevölkerung abgehalten. Diese Veranstaltungen wurden in einem Gemeinderundschreiben angekündigt, in welchem auch der Sinn dieser Erhebungen erklärt wurde. Weiters wurde die Bevölkerung informiert, dass in den nächsten Wochen verschiedene Personen willkürlich Haushalte besuchen werden um die notwendigen Daten zu erheben. Wir haben bei unseren Hausbesuchen ein großes Interesse und ein teilweise umfassendes Wissen über alternative Energie und neuen Energiequellen feststellen können.

Beim Erheben der Haushaltsdaten wurden auch Landwirtschaften mit erhoben. Gewerbebetriebe sollen auch noch vom „Erhebungspersonal“ befragt werden. Hier sind allerdings eigene Fragebögen vorgesehen.
Die Gemeindedaten, kommunale Gebäude und Anlagen sowie Wirtschaftsdaten und die Erhebung über Organische Stoffe und dem Abfall werden von Gemeindebediensteten erhoben.

All diese Erhebungen sollten bis Ende Juni abgeschlossen sein. Danach kommt wieder unser Partner in Güssing zum Zuge. Hier werden alle von uns gesammelten Daten ausgewertet. Diese Ergebnisse werden den einzelnen Gemeinden mit Vorschlägen zur Energieoptimierung und möglichen sinnvollen Maßnahmen übergeben.

In der Gemeinde Klaus haben wir der Bevölkerung versprochen sie dann in Info Veranstaltungen über diese Auswertung in Kenntnis zu setzen.

Ing. Michael Kornek