Energieautarke Region Pyhrn-Priel

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Stand der Energieautarkie der Region (in % ohne Industrie & Gewerbe (2010))

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Windischgarsten setzt auf umweltfreundliche Biowärme

(Foto: Postlmayr, Obmann und Geschäftsführer mit Betreiber:)

Für Landesrat Max Hiegelsberger ein weiterer Schritt in Richtung Energieautarkie.

WINDISCHGARSTEN. "Als Bürgermeister von Windischgarsten ist es mir eine besondere Ehre, einen weiteren Meilenstein in unserer langen Geschichte mit dem Spatenstich für das neue Biomasse-Heizwerk setzen zu dürfen", erklärt Ing. Norbert Vögerl beim Festakt am 18. Dezember. "Als Luftkurort setzen wir mit der neuen Biomasse-Nahwärmeanlage ein Zeichen für den Klimaschutz aber auch für unsere Region. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für Ihre Mühen und ihr Engagement."

2,5 Mio. Euro Investment

Die Bioenergie OÖ eGen wird das Heizwerk am Ortsrand errichten. Die Investitionssumme beträgt 2,5 Millionen Euro. Das Biomasseheizwerk hat eine Leistung von rund 1,8 MW. Der Baubeginn ist im Frühjahr 2015. Bereits im nächsten Winter soll der Betrieb aufgenommen werden. Windischgarsten ist das 21. Heizwerk, das von der Bioenergie OÖ betrieben wird.

Weiche für nachhaltige Zukunft

Ende 2013 stimmte der Gemeinderat von Windischgarsten einstimmig für den Anschluss der Schulen, des Kindergartens, des ehemaligen Gerichtsgebäudes sowie des Kulturhauses an das künftige Biomasseheizwerk. "Mit diesem Beschluss wurden verantwortungsbewusst die Weichen für eine nachhaltige Zukunft mit erneuerbarer Energie gestellt. Das neue Heizwerk wird jährlich an die 340.000 l Heizöl ersetzen und damit 920 t CO2 einsparen. Damit bleibt die Wertschöpfung in der Region", schildert Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger stolz. "Mit diesem Projekt setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Energieautarkie. Das Land Oberösterreich hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 den Raumwärme- und Strombedarf ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen zu decken."

Regional versorgt

"Die ortsansässigen Bauern liefern regionale Biomasse, finanzieren mit der örtlichen Raiffeisenbank das Projekt und betreiben das Heizwerk", versichert Landwirtschaftskammer-Präsident ÖR Ing. Franz Reisecker. "Die Versorgungssicherheit bei Biomasse sucht ihresgleichen. Über 50 % der Fläche des Pyhrn-Priel-Gebietes sind mit Wald bedeckt. Momentan wird die dreifache Menge der für das zukünftige Heizwerk benötigten Menge an Hackschnitzel in andere Regionen transportiert. Jedes Jahr wächst mehr Holz nach als genutzt wird."

Zahlreiche Vorteile

"Der große Vorteil eines Biomasseheizwerkes liegt in der CO2-neutralen Verbrennung und im wartungsfreien und bedienungsfreundlichen Betrieb. Es wird nur Warmwasser geliefert und somit gelangt kein gefährlicher Brennstoff ins Haus oder muss gelagert werden. Schornsteine, Anschaffungskosten und die Wartung für Brenngeräte entfallen. Es wird nur das bezahlt, was als Wärme abgenommen wird", zeigt Ing. Alois Voraberger, Geschäftsführender Vorstand der Bioenergie OÖ, die Vorteile einer Nahwärmeanlage auf. Voraberger wird gemeinsam mit Ing. Laurenz Stummer, Obmann der Nahwärme Windischgarsten und die lokale "treibende Kraft", die Geschäfte des neuen Heizwerkes führen. So werden Synergien und Erfahrungen bei der Planung, der Umsetzung und beim Betrieb der Anlage genutzt. Laurenz Stummer betont: "Mit der Nutzung der heimischen Ressource Holz kommt Geld in die Region, das sonst ins Ausland abfließen würde. Der Euro bleibt bei uns und wird wieder sinnvoll investiert." Der Großteil der Aufträge für die Gewerke wird an lokale Unternehmen vergeben, was zu einem zusätzlichen wirtschaftlichen Impuls führt.

Daten des neuen Heizwerkes auf einen Blick:

Baubeginn: Frühjahr 2015
Bauherr: Bioenergie OÖ eGen
Investitionssumme: 2,5 Mio. Euro - Ausführungen durch oberösterreichische Firmen
Energieträger: Hackgut aus den Wäldern um Windischgarsten
Versorgung von: Öffentliche Einrichtungen, Banken, gemeinnützige Wohnbauten, private Häuser, Gewerbebetriebe, ...
Betreiber: Ing. Laurenz Stummer und Landwirte aus der Region
Planung, Projektierung: Technisches Büro des Biomasseverbandes OÖ
Ersatz von 340.000 Liter Heizöl-Äquivalent

Test: Biomasseverband OÖ

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